Foto © Dancer against Cancer
Foto © Dancer against Cancer

April 2015

 

Was wirklich wichtig ist!!

Dieser Post braucht keine Fotos, keine bildliche Verdeutlichung und vor allem keinerlei Beschönig-

ung. Doch wenn es Bilder gäbe dann würde man sicher die Stärke, Schönheit und den unbändigen 

Überlebenswillen einer ganz besonderen Frau da-

rauf sehen. Die Frau über die ich spreche ist ein 32 jährige junge Mutter die ich bei einem meiner Spitalsbesuche (ich war im Vergleich dazu wegen nichts tragischem dort) kennenlernen durfte.

 

Es war eine der Begegnungen die ich wohl nie vergessen werde. Sie erzählte mir dass sie im Alter von 29, genau 3 Monate nach der Geburt ihres Sohnes, die Diagnose Darmkrebs erhielt. Der Krebs kam ganz ohne Vorwarnung, damit meine ich--> ohne Vorerkrankung nicht einmal Bauchschmerzen plagten sie regelmäßig. Sie bekam zuerst eine Darm Operation und dann folgte der erste Chemo Zyklus. Danach fand man Metastasen in der Gebärmutter und den Eierstöcken. Die nächsten Operationen sowie Chemo`s folgten. Schmerzen, Übelkeit und Müdigkeit waren ihre täglichen Begleiter. In den schlimmen Phasen wurde sie künstlich ernährt, bekam einen künstlichen Ausgang sowie Katheder und starke Medikamente. 

Auf Grund dessen fiel es ihr oft schwer in positivem Kontakt mit ihrem Unterbewusstsein zu bleiben. Als ich sie fragte wie es ihr trotz allem möglich war, lautete ihre Antwort: "Ich bin Mutter. Mein Kind braucht mich und eigentlich ist mein Alltag nicht anders als bei anderen Müttern."  Diesen Satz verstand ich gar nicht. Was sie meinte war --> während andere Mütter arbeiten gehen ging sie es auch. Und ihr Job war es gegen diesen beschissenen Krebs zu kämpfen. In diesem Zusammenhang bekommen die Worte "harter Arbeitstag" eine ganz neue Bedeutung! Jeden Abend zur Schlafenszeit rief ihr kleiner Sohn an. Der mittlerweile dreijährige ist wirklich rührend und schon sehr erwachsen für sein junges Alter. Zuerst plauderten Mutter und Sohn darüber was tagsüber so passiert ist. Er erzählte seiner Mama was ihm gerade einfiel-->von seinem Kindergartentag oder was sein Papa zum Abendessen gemacht hat. Nach dem Plausch begann sie ihrem Buben eine Gute Nacht Geschichte zu erzählen (die sie sich vermutlich im Laufe des Tages überlegt hatte). Jeden Abend-kurz bevor der kleine Mann (ihr Sohn) davor war einzuschlafen-sagte er: "Mami, träume schön. Aber schlaf nicht zu fest, damit du morgen wieder wach wirst!" In diesem zweier Zimmer indem ich mit ihr lag war es ganz still, während sie ihre Gute Nacht Geschichte erzählte. Wenn ich die Augen zumachte hatte ich das Gefühl als wäre es so wie sie sagte --> ein ganz normaler Alltag einer Mutter--> vom Job Heim kommen, hören was es Neues gibt und das Kind danach mit behüteter, liebevoller Mütterlichkeit schlafen legen. Der einzige Unterschied ist....sie hat den härtesten Job den es gibt! Trotz allem ist sie an keinem Abend schlecht gelaunt oder jammert wie anstrengend der Tag war und betrauert auch nicht ihre ausweglose Lage in der sie sich befindet. Diese bewundernswerte, starke sowie kämpferische Frau lässt in keinster Weise zu, dass diese vielen negativen Dinge in ihrem Leben überwiegen! (Bei ihrem jetzigen Spitals Aufenthalt wird wieder ein Teil ihres Darms entfernt und vermutlich ist die Tortour nicht so bald vorbei.)