© LINE SEVERINSEN (KOSOGKAOS)
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21. Dezember 2015

 

Weihnachts- Déjà-vu

 

In den vergangenen Jahren habe ich mir nach jedem Weihnachtsfest immer vorgenommen, dass ich im darauf folgenden Jahr alles anders mache und der ganze Stress den es zu dieser Jahreszeit gibt, spurlos an mir vorübergeht. Wie ihr euch vorstellen könnt, hielt ich natürlich nichts von dem ein und jedes Jahr aufs Neue folgte das Weihnachts- Déjà-vu. Somit befand ich mich spätestens zum ersten Adventswochenende wieder im üblichen Weihnachtstrott. 

Also erledige ich Dinge die ich das ganze Jahr vor mir hergeschoben habe, denn schließlich müssen diese doch endlich erledigt werden. Ab und zu versuche ich in der Vorweihnachtszeit auch noch, den ein oder anderen Familien- Streit ad acta zu legen, damit zu Weihnachten ja keine schlechte Stimmung herrscht. Außerdem mache im Haushalt die paar Interieur-Veränderungen, die ich schon seit langem machen will und erledige in der Firma den leidigen Jahresabschluss sowie offene Kleinigkeiten. Irgendwo zwischen all dem Wahnsinn versuche ich noch, von einer Weihnachtsfeier zur nächsten zu laufen und bevor ich gegenlenken kann, befinde ich mich im alljährlichen verrückten Weihnachtschaos. Zu guter Letzt kommt dann noch dieses Geschenke überlegen und natürlich auch kaufen hinzu. Denn der Vorsatz "wir schenken uns nix" wird schlicht und ergreifend nie eingehalten. Ach ja, etwas hab ich noch vergessen, nämlich die weihnachtliche Gestaltung der Wohnung. Die presse ich auch immer in irgendeiner Nacht und Nebelaktion rein, denn schließlich hat dieses kitschige Weihnachtsflair schon etwas. Und immer kurz vor dem Heiligen Abend frage ich mich, wem die ironische Redewendung "besinnliche Vorweihnachtszeit" eingefallen ist? Denn alles in allem bin ich spätestens am 24. Dezember streichweich, völlig ausgelaugt sowie urlaubsreif und einfach nur unbeschreiblich froh, wenn die Feiertage vorbei sind!

 

In diesem Jahr mache ich mir weitaus weniger Stress und muss innerlich darüber lächeln, wie masochistisch man doch zu sich selbst sein kann. Um das zu erkennen musste ich 31 Jahre alt und schwanger werden, LOL. Worauf ich hinaus will ist, dass ich in diesem Jahr alles ausgelassen habe, was nicht wirklich wichtig ist. Und falls das fleißige Christkind beim Briefe einsammeln auch an meinem Fenster vorbeigekommen ist, dann hat es wohl nicht schlecht gestaunt, wenn es mich um 19.40 Uhr im Bett liegend, Tee trinkend und beim Märchen vorlesen gesehen hat. 

 

Ich weiß nicht, ob ich im nächsten Jahr auch so gelassen bin, denn schließlich ist 2016 das erste Weihnachten von meinem Kind und vermutlich werde ich wieder Purzelbäume schlagen, damit alles so perfekt wie möglich ist. Doch in diesem Jahr genieße ich das erste Mal ganz bewusst eine "besinnliche Vorweihnachtszeit" und ich habe festgestellt, dass mich das Hier und Jetzt unerwarteterweise viel glücklicher macht als mein bisheriges, oftmals gehetztes sowie oberflächliches Leben.

 

Ich wünsche jedem von euch, ein wunderschönes Weihnachtsfest sowie ruhige und erholsame Feiertage, genießt die Zeit im Kreise eurer Liebsten!

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