Schwangerschaft - plötzlich schwanger
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14. November 2015

 

Plötzlich schwanger!

Wir alle wissen wie es funktioniert und wenn es dann trotz Verhütung passiert, dann schlagen die News im wahrsten Sinne des Wortes ein. So auch bei mir. Aber ich beginne mit meiner persönlichen Geschichte besser ganz am Anfang.

Der Papa von meinem Baby und ich waren am Rathausplatz beim Filmfestival und ich habe eine Hauptspeise, Nachspeise sowie einen Käseteller ganz allein verdrückt. Entsetzt hat mich der Vater meines Kindes angesehen und gemeint, er hätte noch nie eine Frau gesehen, die soviel in so kurzer Zeit essen kann. Und dann hat er gesagt:  "Bist du sicher, dass du nicht schwanger bist?" Ich bin natürlich sofort explodiert und habe ihn mit meiner Antwort "Bist du irre, du spinnst doch, dass ist unmöglich!" wortwörtlich beschossen. In Wahrheit war ich aber zu diesem Zeitpunkt bereits überfällig, was mich allerdings nicht sonderlich beunruhigt hat. Aus gesundheitlichen Gründen kommt meine Periode nämlich nur sehr unregelmäßig und ist auch schon für ein paar Jahre  komplett ausblieb. Ein paar Wochen später war ich dann nicht mehr so ruhig, aber ich habe eher vermutet, dass ich mal wieder irgendein gynäkologisches Problem habe (Zyste am Eierstock, eine Eileiterentzündung oder was auch immer). Um ihn zu beruhigen und ihm zu bestätigen, dass ich sicher irgendein gesundheitliches Problem habe, kauften wir einen Schwangerschaftstest mit zwei Testern. 

Als der erste Test positiv war ist mir heiß geworden und mein Puls hat sich beschleunigt.  Als jedoch der zweite Test positiv war, habe ich in einer Stunde alle negativen Gefühle durchlebt, die es gibt. Von Verzweiflung, Wut, Angst bis hin zur Unsicherheit und schlussendlich spürte ich pure Panik. Meine darauf folgende Entscheidung ist natürlich nicht für jeden nachvollziehbar, aber als ich all diese Gefühle verspürt habe, habe ich den Laptop genommen und die Worte "Abtreibung erster Bezirk Wien" in google eingegeben. Die erste Klink, die mir google vorgeschlagen hat, hab ich dann angerufen und einen Termin vereinbart. Nach diesem Gespräch setzten plötzlich Blutungen ein. In diesem Moment war ich erleichtert und hab mir gedacht: "Dankeschön Universum, du nimmst mir die Entscheidung ab!"

 

Auf Grund der starken Blutung sind wir, mit der Annahme dass ich eine Kürettage brauche , ins AKH gefahren. Der junge Ambulanz- Arzt hat mir erklärt, dass das Kind sich bereits gut in die Gebärmutter eingenistet hat, ich aber auf Grund der Blutung im Spital bleiben muss. Nach dem Ergebnis der Blutuntersuchung hat man mir mitgeteilt, dass ich einen zu niedrigen Progesteronspiegel habe und man nimmt deshalb an, dass meine Gebärmutter das Kind wieder abstoßen würde. (Als ich Progesteronspiegel gegoogelt habe, habe ich noch weniger verstanden, wieso ich trotz Verhütung schwanger geworden bin. Denn schließlich ist man bei einem zu geringen Wert nicht sehr fruchtbar, jedoch weiß ich nicht wie mein Wert bei der Empfängnis war.) Ich habe also zwei Tage, mit großer Ungewissheit, im Spital verbracht. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich aber noch immer nicht darüber nachdenken, wie ich mich entscheiden soll, falls das Baby feststellt dass ihm die neue Wohnung in meinem Bauch doch sehr gut gefällt. Als ich entlassen worden bin, wollte ich noch eine zweite Meinung von meiner Ärztefamilie einholen und die bestätigten mir, dass mein Körper das Kind abstoßen könnte. Doch im Endeffekt war ich nach dieser Untersuchung genauso schlau wie bei der AKH Entlassung. Aus welchem Grund ich mich für das Kind entschieden habe erfahrt ihr hier.  (P.S: All diese persönlichen Sachen öffentlich zu teilen fühlt sich noch sehr ungewohnt an, deshalb hoffe ich dass Ihr mich als Autorin nicht gleich auseinander nehmt.)

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Kommentare: 1
  • #1

    Conni (Samstag, 27 Februar 2016 19:46)

    Mutig, bist du! Toll, bist du!!! Ich lese gerne von dir!
    Ich bin auch ungeplant schwanger geworden. Aber ich wusste zum Glück damals, dass ich irgendwann Mutter werden will. Aber irgendwann war doch noch nicht jetzt?!?!
    Unser Kind hat unser Leben auf den Kopf gestellt und das hat mir oft gar nicht gefallen. Aber jetzt, 1 Jahr nach der Geburt, ist sie unglaublich!!! Sie öffnet meinen Blick für eine ganz andere Seite des Lebens und sie hat mich lockerer und sympathischer werden lassen. Durch sie mag ich mich viel mehr.
    Alles liebe!
    Conni